Mühlbeck und Friedersdorf, zwei Ortsteile der Gemeinde Muldestausee im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, nennen sich seit 1997 das erste Buchdorf Deutschlands. Getragen hat die Idee ein Förderverein, der sich laut Mitteldeutscher Zeitung am 22. April 1997 mit 34 Mitgliedern gründete und 2018 wieder aufgelöst wurde; im Herbst 1997 öffneten nach Angabe des Antiquariats in der Alten Schule die ersten sieben Buchläden, und zum zweiten Internationalen Buchdorf-Festival kamen vom 7. bis 9. Juli 2000 mehr als 7.000 Gäste. Von dieser Dichte ist wenig geblieben: Die Gemeinde Muldestausee führt mit Stand Juli 2025 noch zwei Antiquariate in Mühlbeck, die Alte Schule von Myriam Gödicke und das Alte Pfarrhaus von Herbert John, und auch MDR Sachsen-Anhalt sprach am 17. Dezember 2025 von zwei übrigen aus einst 15. In Friedersdorf gab es schon 2023 nach dem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung keine Anlaufstelle mehr.
Der frühere Bücher-Consum am Dorfplatz wird laut MDR nicht wieder geöffnet; eine gelernte Krankenschwester wollte dort im August 2026 eine Tagespflege für Senioren einrichten, und ein großer Teil der rund 300.000 eingelagerten Bände sollte ins Papierrecycling. Wieder mehr Literatur und Kultur in die Gegend holen will nach einem Beitrag von MDR Kultur vom 13. September 2025 ein junger Verein; die Mitteldeutsche Zeitung hatte ihn am 24. August 2025 unter dem Namen „Mühlbeck macht’s“ vorgestellt. Wer mehr Auswahl sucht, plant am besten gleich einen Abstecher ein: Rund 15 km ostsüdöstlich, schon auf sächsischer Seite in Bad Düben, hält ein zweites kleines Antiquariat Ladenzeiten, und Halle wie Leipzig liegen jeweils gut 30 km entfernt.
Antiquariat im BücherdorfAntiquariat Gödicke „Alte Schule“
Dorfplatz 15, 06774 Muldestausee (OT Mühlbeck)
In der Alten Schule am Dorfplatz stehen nach einem Bericht von MDR Sachsen-Anhalt vom 17. Dezember 2025 rund 300.000 Bücher auf zwei Etagen, alphabetisch nach Sachgebieten sortiert. Myriam Gödicke, die sich nach eigenen Worten 2004 ganz den alten und gebrauchten Büchern verschrieben hat, bezieht ihre Ware nach eigener Aussage fast ganz von Privatleuten und notiert jeden Preis mit Bleistift auf dem Schmutztitel, wie die Mitteldeutsche Zeitung im Juni 2023 beschrieb; gefragt seien vor allem seltene DDR-Ausgaben, daneben gibt es Schallplatten und DVDs. Mittwochs bis sonntags geöffnet war das Haus nach der eigenen Website, deren Stand vom 16. März 2026 das Internet Archive bewahrt; inzwischen ist sie abgeschaltet – vor einer längeren Anfahrt also besser kurz unter 0151 15735123 nachfragen.
Öffnungszeiten: Mi–So 11–17 Uhr
Kleines Antiquariat mit HandarbeitenBücherwaage
Bitterfelder Straße 5, 04849 Bad Düben
Dieser Laden liegt nicht im Buchdorf, sondern knapp 15 km ostsüdöstlich in Bad Düben, schon in Sachsen. Seit 2009 führt die Inhaberin hier ein kleines Antiquariat, das nach ihrer eigenen Beschreibung nach und nach um selbst gefertigte Kleidung, Taschen, Deko und Küchenhelfer gewachsen ist; Text und Ladenzeiten stehen auf der Website und genauso in der Archivkopie, die das Internet Archive am Donnerstag, 11. Juni 2026, anlegte. Bücher verschickt sie über ihr Booklooker-Konto; wer lieber selbst blättert, kommt in den Laden und kann sich Stücke auch reservieren lassen.
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do 9–12 und 15–18 Uhr, Di 15–19 UhrWebsite Wo finde ich in Mühlbeck-Friedersdorf ein geöffnetes Antiquariat?
Öffnungszeiten hat am Dorfplatz zuletzt Myriam Gödicke für ihr Schulhaus veröffentlicht: mittwochs bis sonntags. Der Nachbar am selben Platz, das Luftfahrtantiquariat Girev im alten Pfarrhaus, veröffentlicht keine Zeiten; wer es sehen will, ruft vorher an oder fragt in der Alten Schule nach.
An welchem Tag lohnt sich die Bücherjagd in Mühlbeck-Friedersdorf?
Von den beiden Adressen mit hinterlegten Zeiten haben mittwochs und donnerstags beide geöffnet, sodass du Gödickes Schulhaus und den Laden an der Bitterfelder Straße an einem Tag verbinden kannst. Am Wochenende bleibt von den beiden nur Mühlbeck, denn Bad Düben schließt freitags bis sonntags.
Wo verkaufe ich in Mühlbeck-Friedersdorf meine gebrauchten Bücher?
Neue Ware kommt bei Myriam Gödicke laut Mitteldeutscher Zeitung fast ausschließlich aus Privathand; ob sie gerade Bücher annimmt, klärt ein Anruf vor dem Besuch. Für alles, was sie nicht nimmt, bleiben Momox und rebuy mit festem Ankaufspreis, Booklooker oder eBay.de für einzelne Sammlerstücke und Kleinanzeigen für ganze Kisten. Mach vorher mit BiblioScan ein Foto von deinem Regal; auf dem Bild ordnet die App jedem Buchrücken seinen Titel zu und schätzt für jeden Band den Wiederverkaufswert, damit die gesuchten DDR-Titel nicht im Sammelkarton landen.